Silke in Australien
 

Querung des Central Plateaus

Wir suchen uns von Steinmännchen zu Steinmännchen einen Weg zwischen den die vielen kleinen Seen und Tümpeln hin durch. Abends werden wir mit einem schönem Zeltplatz belohnt. Unsere Position ist irgendwo auf dem Central Plateau.

Das Wetter meint es weiterhin gut mit uns. Auch meine Erkältung ist spürbar besser. Wer weiß wie lange wir diese guten Bedingungen haben und so wollen wir heute so dicht wie möglich an den Walls of Jerusalem Nationalpark heran laufen. Möglichst einmal quer über die Karte. Auf der befinden sich eigentlich nur viele kleine Seen. Rund viertausend sollen es sein. Wenn es regenet sind es bestimmt noch mehr. Nach dem kurzen Tag gestern wäre es gut wenn wir heute besser vorankommen. Was immer der Tag bringen mag, heute abend wissen wir ob unsere Pläne zu ergeizig sind.

Seit Ironstone Hut ist der Weg nur noch dürftig zu erkennen. Gleich an der ersten Steigung des Tages verfranzen wir uns. Viele Steine liegen vor uns, aber keine Steinmännchen. Wenn es so weitergeht kommen wir heute nicht weit. Erste Zweifel kommen auf.

Wir arbeiten uns mühsam weiter in die angenommene Richtung und treffen am anvisierten Punkt, am gegenüber liegenden Hügel, auch tatsächlich wieder auf ein Steinmännchen. Der Weg ging anscheinend oben auf der Anhöhe entlang. Dort lässt es sich auch wesentlich besser laufen. Die Felsen sind auf den Hügeln wesentlich mehr dem Wetter ausgesetzt und der Verwitterungsprozess hat zu leicht begehbaren Flächen geführt. Weiter unten am Seeufer, wo es geschützt ist, liegen kreuz und quer Steine und Bodenpflanzen erschweren das Fortkommen. Beim nächsten mal sind wir schlauer.

See am Forty Lakes PeakVerwittertes SteinmännchenWalls of Jerusalem
See am Forty Lakes PeakVerwittertes SteinmännchenWalls of Jerusalem
Kleiner See mit Pencil PineKleiner See mit Pencil PineAlter Baumstamm
Kleiner See mit Pencil PineKleiner See mit Pencil PineAlter Baumstamm

Danach läuft es besser. Wir halten uns nun im Zweifelsfalls trotz schweren Rucksacks mehr an oben als an unten. Zudem wird die Landschaft abwechselungsreicher, hier und da stehen vereinzelte Pencil Pines (Zypressen-Schuppenfichte) an den Seen. An so einem idylischen See legen wir unsere Mittagspause ein. Es gibt wie jeden Mittag eine heisse Suppe. Wir hatten mit wechselhaften Wetter, Regen und sogar Schneefall gerechnet und nun suchen wir bei rund 30C nach etwas Schatten. Zum Glück ist trinkbares Wasser im Überfluss da.

Wir erreichen eine Abzweigung, an der wir nicht nach links gehen dürfen. Soviel wissen wir. Also den Steinmännchen nach rechts folgen. Wir kommen zu einer Wetterstation am Lake Gwendy und da enden die Steinmännchen. Es ist also eine Sackgasse. Zurück an der Abzweigung entdecken wir sehr viele Steinmännchen. Wir scheinen nicht die ersten gewesen zu sein die rechts gingen und alle unsere Vorgänger haben weitere Steinmännchen dazugefügt. Kein Felsen ohne Wegweiser, so scheint es. Gut gemeint, aber der Track ist so nicht mehr auszumachen. Wir erkunden ohne Rucksack die Gegend und finden schließlich den mittleren Track, der uns weiter Richtung Walls of Jerusalem führen soll. Diesmal haben wir richtig gewählt.

Pencil PinePencil PineSeeBaum
Pencil PinePencil PineSeeBaum

Wir kommen nun zügig vorran. Der Trampelpfad zusammen mit den Steinmännchen und der groben Richtung macht das Navigieren einfach, so daß wir nicht ständig auf die Karte blicken müssen. Die Walls kommen zwar immer näher, aber heute werden wir sie nicht mehr erreichen.

See mit Walls of JerusalemMoosSee
See mit Walls of JerusalemMoosSee
SnowgumAstlochCushion Plant
SnowgumAstlochCushion Plant

Wir kommen an einen idealen Zeltplatz. Im Schatten einer alten Pencil Pine, direkt an einem kleinen See liegt eine große Grasfläche. So etwas ist selten. Zwar leicht abschüssig, aber vom Untergrund das beste was wir bisher hier oben gesehen haben. Und nach einem Blick auf die Uhr entschließen wir uns unser Nachtquartier aufzuschlagen.

Zuvor erklimmen wir einen kleinen Hügel um unsere genaue Lage zu ermitteln. Es gibt einige kleine Seen zu sehen, aber welches es genau sind können wir nicht erkennen. Wir sind nicht sicher ob wir den langzogenen See Long Tarns bereits passiert haben oder nicht. Dieser zwingt uns in einem großen Bogen nach Süden zu laufen und nicht auf einer direkten Linie die markanten Walls anzusteuern.

Wenig später ist das Zelt aufgebaut und das inzwischen vertraute Summen des Kochers kündigt die Abendessen an. Noch Abwaschen, alle wieder Lebensmittel gut einpacken und schon dämmert es. Ein langer Tag geht zu Ende.

Wenn alles gut geht sollten wir morgen den Walls of Jerusalem Nationalpark erreichen. Das ist auch gut so, denn wie auch gestern ziehen abends Wolken auf. Wir sind nicht sicher, ob das Wetter so gut bleibt. Bei Dauerregen, Nebel oder Schneesturm möchte ich hier oben nicht den Weg suchen müssen. Müde und mit der Gewissheit, dass unsere Planung machbar ist schlafen wir bald ein.

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gespeichert am: 22.02.2012
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